Rum

Inzwischen kommt das flüssige Gold nicht mehr nur aus der Karibik | © BSI

Vom Zuckerrohrbrand zur Weltspirituose

Seinen ersten, durchaus zweifelhaften Ruf gewinnt der Rum als Spirituose der Seeleute und Piraten. Nicht von ungefähr singen die Meuterer in Robert Louis Stevensons „Schatzinsel“ von „Fünfzehn Mann auf des toten Manns Kiste, Ho ho ho und 'ne Buddel mit Rum“.  Doch die Zeiten, in denen der Rum als simples Nebenprodukt der Zuckerproduktion den Weg aus der Karibik nach Europa fand, sind lange vorbei. Inzwischen überzeugt das „flüssige Gold“ mit exquisiten Qualitäten, die nicht mehr nur aus der Karibik und Mittelamerika sondern auch aus anderen Zuckerrohr-Regionen wie Mauritius und Réunion, den Kanaren und den Kapverden stammen.

Traditionelle Herstellung

Einfach ausgedrückt ist Rum ein Zuckerrohrbrand. Ausgangsprodukt ist eine Maische, die aus einer Mischung aus zerkleinertem Zuckerrohr und Zuckerrohrsaft besteht. Der Rhum Agricole von den französischen Karibikinseln sowie der brasilianische Bruder des Rums, der Cachaça, verwenden für die Maische reinen Zuckerrohrsaft.

Nach der alkoholischen Gärung der Maische wird der so entstandene „Zuckerwein“ gebrannt. Während die spanisch geprägten Regionen den Rum meist in Säulen (Column-Still-Verfahren) brennen, setzen die ehemaligen englischen und französischen Kolonien auf das Brennen im Kessel (Pot-Still-Verfahren). Das Destillat besitzt einen Alkoholgehalt von 65 bis 75 % vol und muss daher mit destilliertem Wasser auf Trinkstärke gebracht werden. Der Mindestalkoholgehalt für Rum beträgt 37,5 % vol.

Die Kunst der Roneros

Was dem Whisky sein Master Destiller, ist dem Rum der Master Ronero. Er entscheidet über Lagerung und Reife des Rums, vor allem aber nimmt er das Blending vor, das sorgsame Zusammenführen unterschiedlicher Destillate. Ein einfacher Rum durchläuft eine Reife von drei bis sechs Monaten. Besondere Qualitäten lagern in den Kellern der Brennereien deutlich länger und werden später zu Rums mit Jahresangabe ausgebaut.

Wie alle Brände ist der destillierte Rum zunächst klar und transparent, wird also als weißer Rum geboren. Eine goldene bis braune Farbe erhält er entweder durch Zusätze von Karamellsirup und Zuckerlikör oder durch die Lagerung in gebrauchten Holzfässern - beispielsweise aus der Whisky- oder Sherryherstellung - die dem Rum nicht nur Farbe sondern auch zusätzliches Aroma verleihen.

Längst ist Rum mehr als „nur“ die Mixspirituose für einen Cuba Libre, Mojito oder Daiquiri. Die seit Jahren wachsende Beliebtheit von Rum hat viele namhafte und traditionelle Hersteller zu neuen außergewöhnlichen Rums inspiriert, die pur genossen werden - so wie wir das von einem guten Cognac oder Whisky kennen. Auch Spezialitäten wie mit Orange oder Kokosnuss gelagerte Rums und das „Elixir de Ron“, eine Art Rumlikör, sind kein Insidertipp mehr. Die Weltspirituose Rum ist in Deutschland längst zur Trendspirituose Rum geworden.

Die gesetzlichen Vorgaben für Rum regelt die europäische Spirituosenverordnung in Anhang II. (Link auf Dokument unter Daten & Fakten)