Initiativen des „Arbeitskreises Alkohol und Verantwortung“ des BSI

Neben Maßnahmen der Selbstregulierung setzen der BSI und seine Mitgliedsunternehmen auf eine gezielte Verbraucherinformation (www.massvoll-geniessen.de) sowie im Rahmen der Initiativen des „Arbeitskreises Alkohol und Verantwortung“ des BSI verschiedene Präventions- und Aufklärungskampagnen. Gemeinsam ist den Initiativen, dass sie vom selbstbestimmten Bürger/von den selbstbestimmten Bürgerinnen ausgehen. Zu den vom „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“ des BSI initiierten und unterstützten Maßnahmen zählen:

1. Präventionsinitiativen:

  • „Klartext reden!“ – Initiative zur Unterstützung der Alkoholprävention in Familien
    Die Eltern-Präventionsinitiative „Klartext reden!“ (www.klartext-reden.de) zur    Unterstützung der Alkoholprävention in Familien wurde im Jahr 2005 vom „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“ des BSI in Kooperation mit dem BundesElternRat ins Leben gerufen, um die Alkoholprävention in Familien zu unterstützen. Die Initiative stützt sich im Wesentlichen auf fünf Komponenten:

    - Eltern-Workshops in Schulen,
    - Broschüre „Klartext reden!“,
    - ein begleitender Internetauftritt,
    - ein Online-Training für Eltern sowie
    - begleitende Evaluierungen.

    Seit 2010 können sich Eltern auch im Rahmen eines Online-Trainings Rat einholen (www.klartext-elterntraining.de).

    Im Rahmen dieser Initiative ergaben sich bereits eine Vielzahl von Schirmherrschaften über das Projekt „Klartext reden!“.

    Die diesbezügliche Broschüre finden Sie auch zum Download unter www.massvoll-geniessen.de.

  • „Schulungsinitiative Jugendschutz“ – Initiative zur konsequenten Umsetzung des Jugendschutzgesetzes
    Die Präventionsinitiative „Schulungsinitiative Jugendschutz – SchuJu“, dient dem Ziel, die konsequente Umsetzung des Jugendschutzes in Bezug auf die Abgabe von alkoholhaltigen Getränken weiter zu verbessern (d. h. kein Wein, kein Bier und bierhaltige Mixgetränke an Personen unter 16 Jahren und keine Spirituosen und spirituosenhaltige Mixgetränke an Personen unter 18 Jahren). „SchuJu“ wurde 2007 ins Leben gerufen.

    Die Initiative „SchuJu“ richtet sich an zwei Zielgruppen: zum einen an Auszubildende und Mitarbeiter/innen der Branchen Gastronomie, Handel, Hotel und Tankstellen und zum anderen an Lehrkräfte in Berufsschulen und anderen betrieblichen Ausbildungsbereichen und Institutionen.

    Die Initiative umfasst verschiedene Schulungsunterlagen, drei Broschüren, eine Info-Karte für den Bar-Bereich und eine „SchuJu“-Alterskontrollscheibe sowie einen begleiteten Internetauftritt www.schu-ju.de mit einem WBT-Modul (web based training – www.schuju-training.de).

    Die diesbezügliche Broschüre finden Sie auch zum Download unter www.massvoll-geniessen.de.

  • Verantwortung von Anfang an!“ – Initiative für den Verzicht auf alkoholhaltige Getränke in Schwangerschaft und Stillzeit
    Der „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“ gibt seit Anfang 2009 mit wissenschaftlicher Unterstützung der Klinik und Poliklinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Münster (UKM) und der FAS-Ambulanz der Tagesklinik Walstedde die Broschüre „Verantwortung von Anfang an! - Leitfaden für den Verzicht auf alkoholhaltige Getränke in Schwangerschaft und Stillzeit heraus.

    Die beiden wichtigen Zielgruppen sind: Schwangere sowie Mädchen/junge Frauen ab 12 Jahren. Die Maßnahme umfasst folgende Broschüren und Faltblätter:

    - Broschüre „Verantwortung von Anfang an! – Leitfaden für den Verzicht auf alkoholhaltige Getränke in Schwangerschaft und Stillzeit“,
    - Faltblatt „Verantwortung von Anfang an! – Was Mädchen über alkoholhaltige Getränke in der Schwangerschaft wissen sollten“,
    - Broschüre „Verantwortung von Anfang an! – Das Fetale Alkoholsyndrom“

    Ein begleitender Internetauftritt der Initiative ist seit Dezember 2010 unter www.verantwortung-von-anfang-an.de online.

    Die diesbezüglichen Broschüren finden Sie auch zum Download unter www.massvoll-geniessen.de.

  • „Hinsehen, Zuhören, Ansprechen!“ – Alkohol am Arbeitsplatz – Leitfaden für die kollegiale Hilfe
    Die Präventionsbroschüre „Hinsehen, Zuhören, Ansprechen! – Alkohol am Arbeitsplatz – Ein Leitfaden für die kollegiale Hilfe“ wird seit März 2009 in Kooperation mit der Berufsgenossenschaft Nahrungsmittel und Gewerbe herausgegeben. Die diesbezügliche Broschüre steht zum Download unter www.massvoll-geniessen.de zur Verfügung.

  • „DON’T DRINK AND DRIVE“
    Die Verkehrssicherheitsinitiative „DON’T DRINK AND DRIVE“/„WER FÄHRT, BLEIBT NÜCHTERN“, die der BSI/„Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“ zusammen mit den Wirtschaftsverbänden der Bier-, Wein- und Sektbranche durchführt, besteht bereits seit 1993. Ziel der Initiative „DDAD“ ist es, die Zahl der alkoholbedingten Unfälle weiter zu reduzieren. Die Initiative richtet sich vor allem an junge männliche Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahren. Nähere Informationen sind in dem begleitenden Internetauftritt unter www.ddad.de erhältlich.

2. Selbstregulierungen

Die Grundvoraussetzungen für die verantwortungsbewusste Vermarktung und den entsprechenden Vertrieb von Spirituosen und spirituosenhaltigen Getränken sind im Grundsatzpapier (4. Auflage vom Dezember 2014) des BSI zusammengefasst. Dieses Grundsatzpapier haben alle im Verband organisierten Mitgliedsunternehmen unterschrieben und es ist Basis der Zusammenarbeit im „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“.

  • „Flatrate“-Partys (2007):
    Die Unternehmen des BSI wehren sich aktiv gegen sogenannte „Flatrate“- oder Preis-Dumping-Angebote (z. B. „Ein-Euro-Partys“). Der BSI und seine Mitgliedsunternehmen verpflichten sich, verschiedene Möglichkeiten auszuschöpfen: von der schriftlichen Aufforderung zur Unterlassung bis zur Weitergabe der Information über solche „Flatrate“-Partys an die zuständigen Ordnungsbehörden.

  • Produktnamen und Verpackungen (2008):
    Die für Spirituosen definierten Produktnamen und Verpackungen müssen bestimmte Anforderungen erfüllen. So dürfen z. B. keine Geschlechter oder Minderheiten, die hierdurch diskriminiert werden, keine sexuell anzüglichen Aussagen und Begriffe enthalten sein, keine den Missbrauch bagatellisierenden Angaben gemacht werden, Kinder und Jugendliche nicht gezielt angesprochen werden und auch keine „gesundheitlichen Vorteile“ vorgetäuscht werden.

  • Alter von Models in der Werbung (2009):
    Als Ergänzung zu den sogenannten „Verhaltensregeln des Deutschen Werberats über die kommerzielle Kommunikation für alkoholhaltige Getränke“ haben sich die Mitgliedsfirmen des BSI verpflichtet, nur Schauspieler/innen ab einem Mindestalter von 25 Jahren für ihre Maßnahmen in der kommerziellen Kommunikation einzusetzen.

  • 70/30-Regel bei der Werbung (2010):
    Kommerzielle Kommunikation wird nur in solchen Printmedien oder Radio- und Fernsehprogrammen gezeigt, die sich bekanntermaßen zu mindestens 70 % an Erwachsene über 18 Jahre richten.

  • Jugendschutz im Online-Handel (2014):
    Im November 2014 hat der BSI eine Empfehlung für den Jugendschutz im Online-Handel mit Spirituosen und spirituosenhaltigen Getränken initiiert. Die BSI-Mitglieder verpflichten sich, das Jugendschutzgesetz sinngemäß auch auf den Online-Handelsbereich zu übertragen, sofern dies in ihrem Einfluss ist. Die Unternehmen wollen in eigenen Online-Shops durch eine Altersprüfung bei der Paketzustellung sicherstellen, dass nur Erwachsene Spirituosen und spirituosenhaltige Getränke online bestellen und als Paket entgegennehmen dürfen.

    Weitere Informationen zu den vorgenannten Selbstregulierungen finden Sie auch im CSR-Bericht 2013/2014 des „Arbeitskreises Alkohol und Verantwortung“ des BSI unter www.massvoll-geniessen.de und unter der Rubrik „Verantwortung - Aktuelles“.

  • Selbstregulierung der kommerziellen Kommunikation des Deutschen Werberats:
    Die freiwillige Selbstkontrolle in Bezug auf die kommerzielle Kommunikation für alkoholhaltige Getränke funktioniert in Deutschland beispielhaft: Die von den Mitgliedern des Zentralverbandes der deutschen Werbewirtschaft e. V. (ZAW) entwickelten sogenannten „Verhaltensregeln des Deutschen Werberats über die kommerzielle Kommunikation für alkoholhaltige Getränke“ stellen ein – mittlerweile auch international – anerkanntes Instrument im Bereich der freiwilligen Werbeselbstkontrolle dar. Damit übernehmen Alkoholwirtschaft, Handel, Agenturen und Medien – über den Bereich staatlicher Rechtsetzung hinaus – aktiv Verantwortung für ein geordnetes Werbeverhalten: Bürger/innen sollen sich auch gegen Inhalte der Werbung wehren können, wenn die Anzeigen, Plakate, Spots oder andere Formen der kommerziellen Kommunikation (z. B. Sponsoring-Maßnahmen, Werbemaßnahmen am „Point of Sale“, Online-Werbung etc.) rechtlich nicht zu beanstanden sind, aber als kritisch/kritikwürdig vom Verbraucher, von den Bürger/innen empfunden werden. Die Verhaltensregeln werden durch den Deutschen Werberat effektiv überwacht.

    Vergleichen Sie diesbezüglich auch die vom Deutschen Werberat in deutscher und englischer Sprache herausgegebenen Verhaltensregeln des Deutschen Werberats über die kommerzielle Kommunikation für alkoholhaltige Getränke in der Fassung vom April 2009 unter www.werberat.de.

 

3. Verbraucherinformation „Maßvoll genießen!“

Als „dritte Säule“ des „Arbeitskreises Alkohol und Verantwortung“ wurde die Verbraucherinformation „Maßvoll genießen!“ etabliert: Seit April 2009 leistet der „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“ des BSI mit dem Hinweis-Logo und der hinterlegten Internetseite www.massvoll-geniessen.de einen weiteren wichtigen Beitrag zur Aufklärung und Information der Verbraucher. Allen Mitgliedsunternehmen des BSI steht das Logo „Massvoll-geniessen.de“ zur Einbindung auf Werbemaßnahmen (TV- und Printmedien) zur Verfügung.

Ziel ist es, die Verbraucher/innen für einen verantwortungsvollen Umgang mit alkoholhaltigen Getränken zu sensibilisieren. Die sogenannte „Responsible Drinking Message – RDM“ besteht aus dem Logo „Massvoll-geniessen.de“ bzw. einem internationalen Logo der internationalen Spirituosenkonzerne. Insgesamt 84 % der Unternehmen nutzen Verbraucherschutz-Hinweise in der Vermarktung ihrer Produkte.

Seit April 2013 gibt es einen neuen Internetauftritt der Verbraucherschutz-Initiative „Maßvoll genießen!“, www.massvoll-geniessen.de, im neuen für mobile Endgeräte optimierten Screen-Design mit übersichtlicher Struktur.

 

4. Verschiedenes

  • Corporate Social Responsibility (CSR) - CSR Germany – Internetportal der BDA, BDI, DIHK und ZDH:
    Die Mitgliedsunternehmen des BSI übernehmen gesellschaftliche Verantwortung – wie auch viele deutsche Unternehmen – und stellen sich den ökonomischen, sozialen und ökologischen Herausforderungen der globalisierten Wirtschaft. Die vier Spitzenorganisationen der deutschen Wirtschaft, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI), Deutscher Industrie- und Handelskammertag (DIHK) und Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), stellen der Öffentlichkeit ein Internetportal www.csrgermany.de zur Verfügung, um das umfangreiche und vielfältige Engagement der Unternehmen darzustellen, ein Netzwerk der CSR-Akteure zu schaffen und den Erfahrungsaustausch zu fördern. Die Aktivitäten des „Arbeitskreises Alkohol und Verantwortung“ des BSI sind hier ebenfalls integriert.

  • CSR-Berichte „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“
    Der „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“ hat Bilanzen seiner Tätigkeiten wie folgt bisher veröffentlicht:

    - für den Zeitraum 2005 bis 2009 im Mai 2009 mit der Broschüre „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung – 1. CSR-Bericht 2005 bis 2009“,
    - für den Zeitraum 2009 bis 2010 im November 2010 mit der Broschüre „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung – 2. CSR-Bericht 2009/2010“ und
    - für den Zeitraum 2011 bis 2012 im Januar 2013 mit der Broschüre „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung – 3. CSR-Bericht 2011/2012“ im Januar 2013 sowie
    - für den Zeitraum 2013 bis 2014 im Februar 2015 mit der Broschüre „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung – 4. CSR-Bericht 2013/2014“.

    Die CSR-Broschüren sind in der BSI-Geschäftsstelle erhältlich oder als Download unter www.massvoll-geniessen.de.

  • „spiritsEUROPE Road Map 2015“
    Die sogenannte „spiritsEUROPE Road Map 2015“ wurde von der europäischen Dachorganisation der Spirituosenhersteller und -importeure (spiritsEUROPE) als neue Leitlinie und in Nachfolge für die „spiritsEUROPE Charter“ verabschiedet. In der „spiritsEUROPE Road Map 2015“ sind u. a. die Leitlinien für die verantwortungsvolle Vermarktung von Spirituosen und spirituosenhaltigen Getränken in Europa festgelegt.

    Die Umsetzung der „spiritsEUROPE Road Map 2015“ umfasst drei Kernaufgaben:

    - Hinweise und Empfehlungen zum verantwortungsvollen Konsum in der Werbung („Responsible Drinking Messages“), idealerweise hinterlegt durch eine Verbraucherinformations-Website (in Deutschland www.massvoll-geniessen.de),
    - Leitlinien für verantwortungsvolle Vermarktung und Werbung für Spirituosen,
    - effiziente Selbstregulierungsmechanismen

    und drei Kernziele:

    - verantwortungsvolle Werbung für Spirituosen,
    - Förderung eines verantwortungsvollen Umgangs mit alkoholhaltigen Getränken,
    - Einbindung von Stakeholdern aus allen Bereichen der Gesellschaft.

    Die „spiritsEUROPE Road Map 2015“ soll bis 2015 in den einzelnen EU-Ländern von den nationalen Mitgliedsverbänden umfassend implementiert werden. Über die Maßnahmen des „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“ des BSI, die im aktuellen CSR-Bericht zusammengestellt sind, werden die in der „spiritsEUROPE Road Map 2015“ definierten Aufgabenstellungen bereits 2012 weitestgehend umgesetzt.

    Vergleichen Sie auch www.responsibledrinking.eu.