Breite Allianz aus Spirituosen, Wein und Sekt formiert sich mit offenem Brief gegen geplante Steuererhöhungen

BSI Aktuell 18/2026
7. September 2026

  • Der BSI begrüßt die branchenübergreifende Allianz und enge Kooperation von Wein-, Sekt- und Spirituosenwirtschaft.
  • Winzer, Sektkellereien und Spirituosenhersteller – mittelständische Familienunternehmen und internationale Häuser – richten einen offenen Brief an die Politik.
  • Verlässliche Folgenabschätzung fehlt: Höhere Verbrauchsteuern sind kein zuverlässiges Instrument zur Haushaltskonsolidierung, denn Preisreaktionen, Absatzrückgänge und Ausweichbewegungen können erwartete Mehreinnahmen aufzehren. 
  • Aktuelle BIÖG-Daten sprechen gegen alkoholpolitische Dringlichkeit: Alkoholkonsum junger Menschen ging auch 2025 weiter zurück.

Bonn/Berlin (BSI) – Der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V. (BSI) richtet gemeinsam mit einer breiten Allianz aus Wein-, Sekt- und Spirituosenwirtschaft den dringenden Appell an die Mitglieder des Deutschen Bundestages, die im Haushaltsbegleitgesetz 2027 geplanten Steuererhöhungen auf Sekt und Spirituosen zu streichen. Zu der Allianz gehören u. a. der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure (BSI), der Bundesverband Wein, Sekt und Spirituosen (BWS), der Deutsche Weinbauverband (DWV), der Deutsche Raiffeisenverband (DRV), der Bundesverband der Obstverschlussbrenner (BdO) und der Verband Traditioneller Sektmacher. Der Gesetzentwurf sieht eine Erhöhung der Alkohol-, Schaumwein- und Zwischenerzeugnissteuer sowie der Alkopopsteuer um jeweils 20 Prozent vor. Neben sechs zentralen Branchenverbänden haben sich mehr als 100 Unternehmen und weitere Organisationen aus der Wertschöpfungskette angeschlossen.

BSI begrüßt branchenübergreifende Allianz

Für den BSI ist die breite Kooperation ein wichtiges Signal: Winzer und Winzergenossenschaften, Sektkellereien und -manufakturen, Brennereien und Spirituosenhersteller – vom regionalen Familienbetrieb und Mittelstand bis zum internationalen Unternehmen – vertreten in dieser Frage eine gemeinsame Position. Auch europäische Weinverbände und Unternehmen aus mehreren EU-Staaten unterstützen den offenen Brief an die Politik.

„Es ist ein starkes Signal, dass Wein-, Sekt- und Spirituosenwirtschaft sowie die ganze Wertschöpfungskette in dieser Frage an einem Strang ziehen. Der BSI hat diese Allianz aktiv unterstützt, weil die geplanten Steuererhöhungen Wertschöpfung, Arbeitsplätze, Handel, Gastronomie und Verbraucherinnen und Verbraucher treffen. Wenn es um die Erhaltung der verantwortungsvollen Genusskultur in Deutschland geht, sitzen wir alle im gleichen Boot. Wir begrüßen diese Kooperation und werden im parlamentarischen Verfahren unsere Argumente gegen die Steuererhöhung weiter einbringen“, erklärt Angelika Wiesgen-Pick, Geschäftsführerin des BSI.

Fiskalischer Nutzen ist nicht belastbar

Höhere Steuersätze auf Spirituosen führen nicht automatisch zu stabilen Mehreinnahmen: Aufgrund sinkender Absatzmengen, Ausweich¬reaktionen der Verbraucher/-innen sowie begleitender Rückgänge bei Umsatzsteuer, Gewerbesteuer und lohnbezogenen Abgaben drohen erhebliche fiskalpolitische Kompensationseffekte. Im Ergebnis könnte die Maßnahme ein fiskalisches Nullsummenspiel darstellen oder wie z. B. in Großbritannien sogar zu Mindereinnahmen führen. (vgl. www.theginguild.com/news/statement-on-uk-spirits-duty-revenue). Betroffen wären mittelständische, familiengeführte Betriebe, internationale Unternehmen ebenso wie Gastronomie, Hotellerie, Handel, Zulieferer und Logistik. Der offene Brief kritisiert, dass eine belastbare wirtschaftliche und fiskalische Folgenabschätzung für einen derart weitreichenden Eingriff fehlt.

Aktuelle BIÖG-Daten: Prävention und Aufklärung zeigen langfristig Wirkung

Auch die gesundheitspolitische Begründung der FinanzKommission Gesundheit überzeugt den BSI vor dem Hintergrund der aktuellen Daten nicht. Die zuletzt veröffentlichte Drogenaffinitätsstudie 2025 des Bundesinstituts für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) zeigt keinen akuten Handlungsdruck, sondern kontinuierliche deutliche Rückgänge: 2025 erreicht der Anteil regelmäßiger Konsumentinnen und Konsumenten unter den 12- bis 17-Jährigen den niedrigsten Wert seit Beginn der Zeitreihe 1979 – signifikant niedriger als 2023. Bei den 18- bis 25-Jährigen lag der wöchentliche Konsum 2025 bei beiden Geschlechtern auf dem niedrigsten Stand seit 1973. Für den BSI stellen sind die Zahlen ein Beleg für die erfolgreiche Präventionsarbeit der letzten Jahre und eine Bestätigung für die Initiativen des „Arbeitskreises Alkohol und Verantwortung“ des BSI.

Über den BSI:

Der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und Importeure e. V. (BSI) ist die zentrale Dialog-Plattform und das politische Sprachrohr der deutschen Spirituosenbranche. Mit rund 250 Mitgliedern – von Familienunternehmen über Craft-Hersteller bis hin zu internationalen Häusern – steht der Verband für Vielfalt, Genuss, Verantwortung und Tradition.


Fragen beantwortet Ihnen gerne:

BSI-Geschäftsstelle
Angelika Wiesgen-Pick, Geschäftsführerin
Pfaffenweg 15, 53227 Bonn
Telefon: 0228 53994-0
E-Mail: info@bsi-bonn.de
Internet: www.spirituosen-verband.de

 

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