BSI Aktuell Nr. 21/2026
13. Oktober 2026
Bonn/Berlin (BSI) – Anlässlich eines Roundtable-Gesprächs der Messe „Bar Convent Berlin“ wurden am 12. Oktober 2026 über aktuelle Herausforderungen der Spirituosenbranche diskutiert. Im Mittelpunkt standen die politischen Diskussionen zur Alkoholsteuererhöhung ab 2027, Trendthemen der Zukunft sowie Perspektiven für Handel, Gastronomie und Verbraucher.
Spirituosenbilanz 2025/2026:
Gemäß der Bilanz des Bundesverbandes der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V. (BSI) für das Jahr 2025 und die ersten acht Monate des Jahres 2026 bleibt die Spirituosenbranche unter erheblichem Druck. Geopolitische Unsicherheiten, Handelskonflikte, steigende Kosten und zunehmende regulatorische Anforderungen belasten seit Jahren die überwiegend kleinen und mittelständischen Spirituosenunternehmen und Importeure des BSI. Der Absatz von Spirituosen sank in den letzten dreieinhalb Jahren um rund 12 Prozent. 2025 erreicht der Pro-Kopf-Konsum mit 4,8 Literneinen Tiefstand.
Die BSI-Mitglieder appellieren weiterhin an die Bundesregierung, die geplante Steuererhöhung zurückzunehmen und faire, stabile Rahmenbedingungen zu schaffen. Nur mit langfristiger Planungssicherheit, dem Abbau bürokratischer Belastungen und dem Verzicht auf weitere fiskalpolitische Verschärfungen und regulatorische Hemmnisse lasse sich nachhaltige Wertschöpfung sichern.
Geplante Alkoholsteuererhöhung ab 2027:
Die geplante Steuererhöhung für Spirituosen ist unverhältnismäßig, widersprüchlich und kontraproduktiv und muss neu bewertet werden:
- Spirituosen stellen mit 4,6 Prozent das kleinste Segment beim Gesamtkonsum der alkoholhaltigen Getränke dar, aber leisten bereits jetzt mit über 70 Prozent (2,05 Mrd. Euro) den größten Steuerbeitrag.
- Die Alkoholsteuererhöhung für Spirituosen ist kein verlässliches Instrument zur Haushaltskonsolidierung. Erfahrungsgemäß weichen Verbraucher bei rückläufiger Nachfrage auf andere preiswerte alkoholhaltige Getränke sowie Auslands- und Onlinekäufe aus, wodurch das Steueraufkommen schrumpft (Preiselastizität: 1,9 Prozent gemäß NielsenIQ).
- Die geplante Steuererhöhung belastet die ausschließlich mittelständische Spirituosenbranche und Importeure in Deutschland, aber auch Handel, Gastronomie, Barkultur, Tourismus, Landwirtschaft und regionale Wertschöpfungsketten unverhältnismäßig. Sie ist weder mit Verfassungsrecht noch mit Unionsrecht vereinbar.
- Sie verfehlt ihr gesundheitliches Ziel und belastet vor allem die überwiegend maßvoll und verantwortungsvoll konsumierenden Erwachsenen. Dies sind ca. 95 Prozent aller Konsumierenden, die Spirituosen trinken (NielsenIQ-Konsummuster-Studie 2025).


