Jahresbilanz des Bundesverbandes der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V. (BSI) 2025 mit Ausblick 2026: „Gesamtwirtschaftlicher Druck fordert auch die Spirituosenbranche heraus“

BSI Aktuell Nr. 11/2026
26. Mai 2026

Bonn (BSI) – Die Bilanz des Bundesverbandes der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V. (BSI) für das Jahr 2025 zeigt deutlich die Herausforderungen in der Spirituosenbranche: Geopolitische Unruhen, Handelskonflikte, weiter steigende Kosten, zunehmende Regulierung sowie Marktschwierigkeiten belasten seit Jahren die vorwiegend kleinen und mittelständischen Spirituosenbetriebe des BSI und hemmen Wachstum. Die Nachfrage nach Spirituosen sank in den letzten drei Jahren um 11 Prozent. Die Debatte und damit einhergehende aktuelle Empfehlung einer selektiven einseitigen Steuererhöhung ausschließlich auf Spirituosen zur Defizit-Reduktion des Bundeshaushalts verschärfen die Herausforderungen für die überwiegend mittelständisch geprägte deutsche Spirituosenindustrie.

Angespanntes Marktumfeld in 2025: 

Die Nachfrage nach Spirituosen im Lebensmittel-Einzelhandel (LEH) (Distribution: rund 76 Prozent) zeigte sich 2025 mit erneut rückläufiger Nachfrage von rund 3 Prozent im Vorjahresvergleich bei geringerem Umsatzrückgang von rund 4 Prozent.  Der Pro-Kopf-Konsum für Spirituosen ging erneut um rund 0,15 Liter bzw. um 3 Prozent auf rund 4,85 Liter zurück. Trotz des rückläufigen Marktumfeldes gehörten Spirituosen auch 2025 zu den umsatzstarken Warengruppen im LEH. Auch die weiteren Distributionskanäle wie Gastronomie und Fachhandel blieben mit ihrem Anteil von 24 Prozent stabil. Auf dem deutschen Markt wurden rund 654 Millionen Flaschen à 0,7 Liter angeboten. Im Jahr 2025 kauften 61 Prozent aller Haushalte in Deutschland mindestens einmal Spirituosen ein.  Das zeigt die weiterhin hohe wirtschaftliche Relevanz der Branche.

„Gerade in Zeiten individualisierter Konsumentenwünsche sowie wirtschaftlicher Unsicherheit und Unabwägbarkeiten kommt der Konsumentenstimmung eine besondere Bedeutung zu. Qualitätsorientierung, Markenpflege, Nachhaltigkeit und Tradition sowie Vielfalt bei gleichzeitiger Bereitschaft zu Innovationen werden auch in Zukunft Garanten für den Erfolg in der Spirituosenbranche bleiben“, so BSI-Präsident Thomas Ernst. „Aufgrund der derzeit fragilen Wirtschaftslage, die durch Zölle sowie unvorhersehbare politische Entwicklungen und aktuell durch die diskutierte einseitige Zusatzsteuererhöhung auf Spirituosen geprägt ist – die für die Spirituosenbranche weder fiskalpolitisch noch gesundheitspolitisch sachgerecht ist – fordern die BSI-Mitglieder der ausschließlich mittelständisch geprägten Spirituosenbranche von der Bundesregierung zurückzukehren zu fairen Rahmenbedingungen, um in Zukunft wieder eine nachhaltige Wertschöpfung gewährleisten zu können. Sie plädieren dabei für Eigenverantwortung, ein faires Marktumfeld sowie vor allem Planungssicherheit und einen Abbau der Bürokratie auf ein Mindestmaß und keine weiteren zusätzlich erschwerenden Regelungen und Hemmnisse.“

Entwicklungen im Lebensmittel-Einzelhandel (LEH) im Jahr 2025

Nach Analysen der Marktforschung NielsenIQ (Germany) GmbH sank 2025 der Absatz an Spirituosen 2025 im Vorjahresvergleich um 3,0 Prozent (LEH-Distribution rund 76 Prozent). 
Die mengenmäßig größten Marktanteile verbuchten weiterhin „klare“ Spirituosen (rund 32,8 Prozent), Liköre (rund 28,0 Prozent) und „Whisk(e)ys (rund 10,4 Prozent). 
Zu den Gewinnern zählten 2025 u. a. Doppelkorn, Liköre, Weinbrand, Amaretto, Brandy, Cognac, Jagertee, Ouzo und Whisk(e)ys. Das Umsatzvolumen im Lebensmittel-Einzelhandel betrug 2025 rund 4,4 Milliarden Euro (Vorjahr: 4,6 Milliarden Euro inklusive Mehrwert- und Alkoholsteuer). Dies bildet gut ein Viertel des Umsatzes aller alkoholhaltigen Getränke (Bier, Wein, Sekt und Spirituosen) im LEH ab.
Auch wenn der Anteil der alkoholfreien und alkoholreduzierten Alternativen zu Spirituosen am gesamten Spirituosenmarkt noch gering ist, zeigt sich jedoch ein deutlich wachsendes Potenzial – insbesondere durch das gestiegene Gesundheitsbewusstsein und das Konsumverhalten der Generation Z.

Entwicklung des Außenhandels mit Spirituosen im Jahr 2025

Die Spirituosenimporte umfassten nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes im Jahr 2025 rund 457 Millionen Flaschen à 0,7 Liter (+1,3 Prozent). 
Die Spirituosenexporte betrugen im Jahr 2025 – nach vorläufigen Ergebnissen des Statistischen Bundesamtes – rund 373 Millionen Flaschen à 0,7 Liter (+10,0 Prozent).

Entwicklung des Spirituosen-Gesamtmarktangebots

Das Gesamtmarktangebot (Produktion + Import – Export) reduzierte sich – nach vorläufigen Angaben des Statistischen Bundesamtes und Schätzungen des BSI – im Jahr 2025 im entsprechenden Vorjahresvergleich um 29 Millionen Flaschen à 0,7 Liter bzw. um 4,3 Prozent.

Die Spirituosenbranche inklusive Importeure wies 2025 eine rückläufige Umsatzentwicklung mit geschätzten 4,6 Milliarden Euro auf. Darin enthalten sind rund 2 Milliarden Euro an Alkoholsteuer auf Spirituosen. 
 

Zahlen & Fakten 2025 
Distribution im LEH76 Prozent
Umsatz im LEH-4,0 Prozent
Mengenmäßige Nachfrage im LEH 2025/2024-3,0 Prozent
Käuferreichweite61 Prozent (-2,5 Prozent)
Pro-Kopf-Konsum von Spirituosen4,85 Liter (-3,0 Prozent)
Gesamtmarktangebot654 Millionen Flaschen à 0,7 Liter (-4,2 Prozent)
Verbrauchsteuer auf Spirituosen2,1 Milliarden Euro

 

Pro-Kopf-Konsum von Spirituosen

Der Konsum pro Kopf von Spirituosen lag 2025 bei rund 4,85 Liter Fertigware  und verringerte sich damit um 0,15 Liter bzw. um 3,0 Prozent. 
Im internationalen Vergleich des Spirituosen-Pro-Kopf-Konsums belegte Deutschland im Jahr 2023 Platz 57 – unter anderem hinter Südkorea, Belarus, Estland, Lettland, Bulgarien.

Verbrauchsteuern auf Spirituosen und alkoholhaltige Getränke 2025

 

Struktur der Spirituosenbranche

Die Mitarbeiter- und Betriebsstruktur in der Spirituosenbranche befindet sich seit Jahrzehnten in einem anhaltenden Konzentrationsprozess. Im Jahr 2025 hatte die Spirituosenbranche in Betrieben mit 20 und mehr Beschäftigten in 55 Betrieben 3.587 Beschäftigte (Quelle: Angaben des Statistischen Bundesamtes).

Ausblick

Für 2026 erwartet die Spirituosenbranche erneut ein Jahr mit Licht und Schatten: Die anhaltend angespannte Entwicklung und Haushaltslage in Deutschland, Kostensteigerungen (u. a. Energie, Treibstoffe, Rohstoffe etc.), eine Verunsicherung der Konsumenten/-innen sowie die außergewöhnlichen geopolitischen Entwicklungen, aber auch die neuesten Forderungen nach einer selektiven Steuererhöhung nur auf Spirituosen stellen für die ausschließlich mittelständische Spirituosenbranche in Deutschland existenzielle Herausforderungen dar.

Der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure e. V. widerspricht einer selektiven Höherbesteuerung für Spirituosen als kleinstes Segment mit rund 4 Prozent Anteil am Gesamtkonsum aller alkoholhaltigen Getränke. Spirituosen tragen aktuell bereits 70 Prozent aller Steuern.

„Eine ausschließliche Spirituosen-Steuererhöhung ist als staatliche Finanzierungsquelle ungeeignet, da sie aufgrund rückläufiger Nachfrage und Substitution auf preiswertere alkoholhaltige Getränke das Steueraufkommen enorm mindert und im besten Fall zu einem fiskalischen Nullsummenspiel führt. Gemäß der aktuellen NielsenIQ-Konsummuster-Studie 2025 genießen 95 Prozent aller erwachsenen Konsumentinnen und Konsumenten Spirituosen maßvoll und risikokompetent“, so Angelika Wiesgen-Pick, BSI-Geschäftsführerin.

 

Die derzeitigen politischen Diskussionen zur Steuererhöhung auf Spirituosen sind daher unverhältnismäßig, widersprüchlich und kontraproduktiv (Presse „BSI Aktuell“ Nr. 7/2026 vom 15. April 2026 ,Nr. 8/2026 vom 24. April 2026 und Nr. 9/2026 vom 6. Mai 2026).  

Auch in der Zukunft werden sich die Hersteller und Importeure von Spirituosen ihren Herausforderungen trotz angespannter marktwirtschaftlicher Situation und Rahmenbedingungen stellen. Denn Spirituosen der Mitgliedsunternehmen des BSI stehen nicht nur für Genuss, Kultur, Vielfalt, Qualität, Verantwortung und Tradition, sie sind auch Teil des immateriellen Kulturerbes der UNESCO. Im Rahmen der Verbraucherinformation stehen die BSI-Mitglieder für risikokompetenten Genuss von Spirituosen – denn Genuss und Eigenverantwortung bedingen einander.

Prävention und Aufklärung als wichtiger Beitrag zu „maßvollem Konsum“

Die Risiken übermäßigen Alkoholkonsums werden von den BSI-Mitgliedsunternehmen ernst genommen. Insofern setzt sich der BSI seit Jahren auf verschiedenen Ebenen und mit einer Vielzahl von Kooperationspartnern für Risikokompetenz und Eigenverantwortung als zentrale Voraussetzungen ein, um den verantwortungsvollen Umgang mit alkoholhaltigen Getränken zu fördern (vgl. www.massvoll-geniessen.de und „Arbeitskreis Alkohol und Verantwortung“ des BSI). 



Über den BSI:

Der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und Importeure e. V. (BSI) ist die zentrale Dialog-Plattform und das politische Sprachrohr der deutschen Spirituosenbranche. Mit über 250 Mitgliedern – von Familienunternehmen über Craft-Herstellern bis hin zu internationalen Unternehmen – steht der Verband für Vielfalt, Genuss, Tradition, Verantwortung und Aufklärung.

Abdruck honorarfrei – Belegexemplar erbeten.


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BSI-Geschäftsstelle:
Angelika Wiesgen-Pick
Geschäftsführerin
Pfaffenweg 15
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Telefon: 0228 53994-0
Telefax: 0228 53994-20
E-Mail: info@bsi-bonn.de
Internet: www.spirituosen-verband.de

 

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